Wienerwald
22.04.2025

Gesundheitsvortrag zum Thema Depressionen

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"Depression? ... Das bildest du dir nur ein! ... Oder doch nicht?" Vortrag mit Dr. Katharina Schönegger, Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Am 23. März 2025 war Dr. Katharina Schönegger, Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, bei uns zu Gast, um einen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema Depressionen und affektive Störungen zu halten. Der Fokus des Vortrages lag einerseits darauf, einen Überblick über die Krankheitssymptome und über gängige Medikamente (Psychopharmaka) bei psychischen Erkrankungen zu geben, sowie andererseits darauf, über Vorurteile aufzuklären und einen empathischen Umgang mit Betroffenen zu vermitteln - hierzu gehört auch der verantwortungsvolle Umgang mit suizidgefährdeten Menschen. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die Inhalte des Vortrages: 

Krankheitssymptome einer Depression: 

  • Gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit
  • Antiebsmangel, Verminderung der Aktivität 
  • Interessensverlust
  • Verminderte Konzentration
  • Müdigkeit, Schlafstörungen 
  • Verminderter Appetit, Gewichtsverlust 
  • Beeinträchtigtes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle 
  • Suizidgedanken 

Medikamentöse Behandlung (Psychopharmaka) bei Depressionen:

  • Antidepressiva 
  • Schlaffördernde Medikamente (bspw. Antipsychotika, schlaffördernde Antidepressiva, ...)
  • Stimmungsstabilisierende Medikamente 

Suizidalität: 

  • Verlust der Lebensfreude, das Weiterleben erscheint sinnlos
  • Alles, was bisher im Leben als wertvoll erschien, verliert seine Bedeutung
  • Unterdrückte oder nach innen gerichtete Wut und Enttäuschung
  • Schuldgefühle, Selbsthass
  • Suizidfantasien und Suizidgedanken
    • Gedankliches Beschäftigen mit dem eigenen Tod
    • Vorstellung von Suizid als scheinbarer "Ausweg" aus der Krise
    • Detaillierte Planung / gedankliches "Proben" des Suizids
  • Keine Angst davor haben, eine Person nach Suizidgedanken zu fragen (bspw.: "Hattest du schon einmal den Gedanken dir etwas anzutun / dich umzubringen?"). Die Frage macht es nicht schlimmer, sondern wirkt auf die Betroffenen meist sogar entlastend! 
  • Im Akutfall: Rettung (und gegebenenfalls Polizei) verständigen 

Vorurteile gegenüber Menschen mit Depressionen: 

  • "Man muss sich nur zusammenreißen, dann geht's wieder."
    • Falsch: Depression ist keine Frage des Willens. Betroffene können sich nicht "zusammenreißen", da die Krankheit tief ins Gehirn und den Hormonhaushalt eingreift. 
  • "Nur schwache Menschen bekommen Depressionen."
    • Falsch: Depression kann jede:n treffen - unabhängig von Stärke, Willenskraft oder sozialem Status. 
  • "Depression ist nur eine Modekrankheit."
    • Falsch: Depressionen gibt es seit Jahrhunderten. Sie werden heute nur besser erkannt und weniger tabuisiert. 
  • "Antidepressiva machen süchtig."
    • Falsch: Antidepressiva machen nicht süchtig, sondern helfen, das chemische Ungleichgewicht im Gehirn auszugleichen. 
  • "Kinder und Jugendliche können keine Depression bekommen."
    • Falsch: Depressionen treten auch bei jungen Menschen auf, teilweise mit anderen Symptomen wie Reizbarkeit oder Rückzug. 
  • "Depressive Menschen sind faul und arbeiten nicht gerne."
    • Falsch: Depression raubt Energie und Motivation. Betroffene wollen oft arbeiten, können aber nicht, weil ihnen die Kraft fehlt. 

Weitere Informationen zu Veranstaltungen, Hilfsangeboten und Buchempfehlungen rund um das Thema mentale Gesundheit:

https://wienerwald.adventisten.at/veranstaltungen/mentale-gesundheit/

Quellen: 

https://www.icd-code.de/icd/code/F32.-.html

Vortrag Dr. Katharina Schönegger (siehe Anhang)

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